Gäste loben Museum Erfinderzeiten

Schramberg

Die Einträge im Gästebuch im Auto- und Uhrenmuseum "Erfinderzeiten" sind mehr als deutlich: Die Gäste loben die Einrichtung in den höchsten Tönen. Und auch die Besucherzahlen des ersten Halbjahrs stimmen.

"Das Beste, was ich bisher an Automobilmuseen sah"

"Ich stamme aus Zwickau, das Beste, was ich bisher an Automobilmuseen sah", hinterließ ein Gast seine Meinung und wünschte sich gleichzeitig, dass über das Museum ein Buch erscheinen solle. Und auch der Freiburger Regierungsvizepräsident Klemens Ficht war voll des Lobes "Ich habe es zum ersten Mal gesehen, aber war nicht zum letzten Mal hier", schrieb er. Ein Paar aus Niewshoop in den Niederlanden lobte das "prachtige museum" und andere entdeckten dort "vieles aus unserer Zeit".

Dass, wie eine Familie aus Göppingen schrieb, die eigene Jugend wieder auflebe, sieht auch Museumsleiter Harald Burger so und spricht von einem "Museum der Glücksmomente". Es würden für viele ältere Besucher wieder sinnbildlich "Schubladen geöffnet", die Jahrzehnte geschlossen gewesen seien.

Museum zeigt die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland

Das Museum in der H.A.U. entwickle sich immer mehr vom Technik- zu einem Zeitgeschichte-Museum, meint Burger, und die Besucher, mit denen man nach dem Besuch spreche, seien oft nicht nur begeistert, sondern geradezu überwältigt. Viele hätten dann auch das Bedürfnis zu berichten, wie sie doch tatsächlich Fahrzeuge oder auch Ausstellungsgegenstände aus ihrer Jugend oder Kindheit wiedergefunden hätten.

Dies verwundert Burger nicht, denn immerhin zeige man in dem Museum die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland. Und dabei gehe es nicht nur um die "Fahrzeuge des kleinen Mannes" und seine Motorisierung nach dem zweiten Weltkrieg, sondern auch um die kleinen Geschichten und Anekdoten, die sich um viele der Ausstellungsstücke ranken. Gleichzeitig sei es ein publikumsnahes Museum, die Besucher könnten nahe an die Exponate herantreten.

Auch hinsichtlich der Besucherzahl zeigt sich Burger zufrieden. Die 20 000 werde sicherlich überschritten und damit erreiche man auf jeden Fall das im Haushalt gesetzte Einnahmeziel. Dieses liegt 2010 bei rund 63 000 Euro.

Die Besucher des Museums kommen aus der ganzen Welt, viele Niederländer, die hier im Urlaub seien, gehören genauso dazu, wie Tages- oder Halbtagestouristen aus dem Züricher Raum oder aus dem Elsaß. Viele Besucher kämen auch, weil ihnen ihre Wohnungsvermieter das Museum empfehlen, weiß Burger. Dort sieht er auch einen Zielpunkt in der Werbung. So seien unlängst alle Leistungsanbieter im Umkreis von rund 100 Kilometern angeschrieben und mit Prospekten ausgestattet worden.

Kombination mit der benachbarten Autosammlung Steimals ist Vorteil

Als besonders vorteilhaft sieht Burger die Kombination mit der Autosammlung Steim in der "Auto- und Uhrenwelt". Dies, weil es zwei unmittelbar benachbarte Auto-Museen gebe – zwar mit unterschiedlichem Ansatz, aber das mache gerade den Reiz aus. Durch die räumliche Nähe profitiere auch das Dieselmuseum, das in diesem Jahr mit 4000 Besuchern eine ums Zehnfache höhere Bilanz vorweisen kann.

Und wer sich im Uhrenbereich weitere und detailliertere Informationen erhofft, wird gleichzeitig auf das Stadtmuseum verwiesen, das über die touristisch angelegte Ausstellung in der H.A.U. hinaus fundierte Fakten vermittelt.

Nicht nur Lob, auch Anregungen werden gerne in im Gästebuch vermerkt. Und so wird als einziges "fehlende Gastronomie" bemängelt. Hier will Burger ansetzen, sei doch das Angebot des benachbarten B.A.Z. manchen schon zu weit entfernt und die Automaten im Museum selbst nicht bei allen beliebt.

Verbesserungsfähig sei auch noch das Erdgeschoss, das Burger unter anderem mit Veranstaltungen aufwerten will – seien es Modeschauen der örtlichen Geschäfte oder andere Konzepte. Dies werde man gemeinsam mit dem Förderverein besprechen, dessen Vorsitzender Helmut Banholzer sich immer noch unermüdlich für das Museum einsetze und ihn und die Mitarbeiter tatkräftig unterstütze.

29.09.2010


Quellenangabe: Alexander Gossweiler - „Gäste loben Museum Erfinderzeiten“, Schwabo, 29.09.2010, http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-gaeste-loben-museum-erfinderzeiten.928ecaba-41e0-4aa2-8ce2-0a4287d451dc.html?page=0 , 03.03.2011