Mappus: „Gratuliere zu besonderem Kleinod!“

Festakt für neues Museum in Schramberg

SCHRAMBERG, 26. März (him) - Mit etwa 250 Ehrengästen feierten die Schramberger die Eröffnung ihres Erfinderzeiten Auto und Uhrenmuseums in der H.A.U. Neben dem Festredner Ministerpräsident Stefan Mappus waren auch der Bundestagsabgeordnete Volker Kauder und sein Landtagskollege Stefan Teufel, der Rottweiler OB Ralf Bross, zahlreiche Bürgermeister und Vertreter aus Kultur und aus der Wirtschaft gekommen.

In seiner Begrüßung erinnerte Oberbürgermeister Herbert O. Zinell an die Vorgeschichte des Museums. Martin Sauter und Roland Bley hatten vor sieben Jahren die Grundidee zum neuen Museum. Er dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und insbesondere dem Leihgeber Martin Sauter. Das Ziel habe Sauter und die Stadt geeint, in Teilbereichen habe er aber sehr konsequent seine Linie verfochten: „Wären Sie die Titanic gewesen, wäre der Eisberg gesunken!“ Über diesen Vergleich musste auch Sauter herzlich lachen, der nach der Festrede von Ministerpräsident Mappus in einem amüsanten Vortrag auf die verschiedenen Höhepunkte des neuen Museums hinwies.

Mappus beglückwünschte die Schramberger „zu einem besonderen Kleinod“ und lobte den Mut sich der Pflege des Erbes aus dem Industriezeitalter anzunehmen. Das neue Museum werde zu einem Aushängeschild für die Stadt Schramberg.

Auto und Uhr seien zwei Symbole der Dynamik und industriellen Entwicklung im Schwarzwald und im Land. Während aber das Auto nach wie vor eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft spiele, sei die Uhren-Produktion zu „einer – wenn auch kostbaren – Rarität geworden.“ Auto und Uhr verbinde auch, dass beide technische Produkte seien, bei denen aber auch das Design eine wichtige Rolle spiele. „In Baden-Württemberg herrsche seit Beginn der Industrialisierung „immer schon Erfinderzeiten.“

In einer Talkrunde berichtete Helmut Banholzer über seine Arbeit als Projektleiter, die Denkmalschützerin Monika Loddenkemper vom Regierungspräsidium hob die Bedeutung des Gebäudes aus Denkmalschützer-Sicht hervor.

Architektin Isolde Oesterlein beschrieb die Herausforderungen, mit den Auflagen des Denkmalschutzes und gleichzeitig dem knappen Geld auszukommen. Sie habe dazu das Patina-Konzept entwickelt. Frank Lang beschrieb die Möglichkeiten, in einem Museum die Zeit erlebbar zu machen und Hans-Jochem Steim schilderte seine Motivation Oldtimer zu sammeln.

Die Olympiasiegerin im 800-Meter Lauf von den Olympischen Spielen in München 1972 Hildegard Falck-Kimmich erzählte sehr lebendig, welche Veränderungen im Sport die moderne Art der Zeitmessung mit sich brachte.

Nach flotten Tänzen aus den fünfziger und sechziger Jahren von der Formation “Blues Brothers“ aus der Tanzschule Dierstein, dankte OB Zinell allen beteiligten Helferinnen und Helfern und schenkte Anita und Helmut Banholzer einen Reisegutschein für eine Reise nach Berlin. Musikalisch umrahmt hatte das Quintett der Stadtmusik Schramberg den Festakt.

26.03.2010, 19:50:05 Uhr


Quellenangabe: "Mappus: „Gratuliere zu besonderem Kleinod!“ ", NRWZ, 26.03.2010, http://www.nrwz.de/v5/schramberg/00032028/ , 03.03.2011