Auto- und Uhrenmuseum öffnet seine Pforten

Das neue Auto- und Uhrenmuseum in Schramberg wird am Freitag eröffnet. Die Ausstellung zeigt auf fünf Stockwerken einen Querschnitt durch die Geschichte der Technik und des Automobils.

Schramberg – Am heutigen Freitag öffnet das Auto- und Uhrenmuseum „Erfinderzeiten“ seine Pforten. Wo früher in der ehemaligen Hamburg-Amerikanischen Uhrenfabrik die ersten Zeitmesser vom Band liefen, kann man heute die Geschichte der Schramberger Uhrenindustrie sowie die „Mobilmachung“ mit Motorfahrzeugen nach dem Zweiten Weltkrieg zurückverfolgen.

Den Namen „Erfinderzeiten“ trägt das Museum ganz zu Recht. So war einer der „Erfinder“ zum Beispiel Arthur Junghans, Gründersohn der Uhrenfabrik Junghans, der um die vorletzte Jahrhundertwende unzählige Patente angemeldet hatte. Das erzählt Ingrid Rebmann von der Abteilung Kultur, Stadtmarketing, Tourismus bei der Führung durchs Haus. Sie hat bei der Konzeption des Museums mitgewirkt, den Umbau begleitet und zeigt die Ergebnisse schwäbischer Tüftlerkunst bei einem Rundgang.

Auf fünf Stockwerken verteilt tummeln sich die „alten Schätzchen“, die drei unteren nehmen die Autos, Motorräder und Mopeds der Nachkriegszeit ein. Isetta, Goggomobil, Messerschmitt und NSU Prinz – die meisten sind hier versammelt. Dazu Spezialfahrzeuge für Kriegsversehrte, Marke Eigenbau, zum Beispiel eine grasgrüne Kreuzung zwischen Motorrad und Auto, die man auch ohne Beine fahren konnte.

Die Autosammlung zur Verfügung gestellt hat Martin Sauter. Nach Worten von Projektleiter Helmut Banholzer kann das neue Automuseum als besonders innovativ gelten, weil es Technik- und Automobilgeschichte kulturgeschichtlich interpretiert. Ein Bild davon vermittelt der Rundgang durch die fünf Stockwerke: Die Präsentation der Uhren und Fahrzeuge wird immer wieder unterbrochen durch andere Zeugen der Zeitgeschichte, zum Beispiel einen Raum, wo im vorletzten Jahrhundert die Uhren vom Uhrmacher noch per Hand gefertigt wurden. Oder von einer Ladenpassage mit Schaufenstern.

Zwei Stockwerke darunter fällt der Blick in eine Kammer, die einem Flüchtlingszimmer der Nachkriegszeit nachempfunden ist. Auch von der damaligen Mode, der Werbung und von Gebrauchsgegenständen, wie zum Beispiel Nierentischen und den ersten Fernsehern, bekommt man einen Eindruck.

Nach den Worten Helmut Banholzers erhält Schramberg mit der Eröffnung des Auto- und Uhrenmuseums ein „einmaliges Zentrum der technischen und zeitgeschichtlichen Entwicklung zu den Themen Uhr und Auto und kann sich als überregional bedeutendes Ausflugsziel positionieren. Zusammen mit dem Dieselmuseum und der Autosammlung Steim können die Besucher auf 7000 Quadratmetern Ausstellungsfläche auf den Spuren der Technikgeschichte wandeln“. Das Baudenkmal, in dem „Erfinderzeiten“ seinen Platz gefunden hat, wurde um die vorletzte Jahrhundertwende gebaut.

26.03.2010


Quellenangabe: Ewa Kügler - „Auto- und Uhrenmuseum öffnet seine Pforten“, Südkurier, 26.03.2010, http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/schramberg/Auto-und-Uhrenmuseum-oeffnet-seine-Pforten;art416015,4223494 , 03.03.2011