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Dieselmuseum - Der Motor

Der MAN-Dieselmotor - eine Ikone der Technikgeschichte

Der MAN-Motor mit 325 Pferde unter der Haube

325 PS – das klingt heutzutage nicht mehr so außergewöhnlich. Bringen doch selbst Straßenfahrzeuge diese Leistung auf die Räder. Im Jahr 1911 aber waren 325 PS schon außergewöhnlich und genügten, um den gesamten Spitzenstrom für die Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik zu erzeugen. Und die Energiezentrale lieferte zudem noch die Druckluft für das Unternehmen.

 

Auch Sie werden staunen, wenn Sie vor dem Dieselaggregat stehen: Die vier einzeln aufgestellten, gusseisernen Zylindertürme beeindrucken alleine schon aufgrund ihrer Größe – sie sind jeweils mehr als drei Meter hoch. Diese vier mächtigen Zylinder trieben einst das riesige Schwungrad des MAN-Motors aus der Augsburger Maschinenfabrik an. Mit einem Gesamthubraum von 340 Liter leistete der Motor bei 167 Umdrehungen pro Minute 325 PS (239 kW) für den auf der Kurbelwelle montierten Schwungrad-Drehstromgenerator.

 

Lediglich acht Exemplare des Motorentyps A4V60 verließen zwischen 1911 und 1920 die Werkshallen – drei davon blieben in Deutschland, fünf wurden nach Russland verkauft. Der Schramberger Motor ist der erste A4V60 in dieser Liste. Er wurde noch vor der Auslieferung für einen Betrieb mit Steinkohlenteeröl umgerüstet. Dieser Treibstoff – ein Abfallprodukt der Koks- und Leuchtgasproduktion – war preisgünstiger als das knappe Gasöl. Bei einem Verbrauch von 66 Litern pro Stunde durchaus ein Kriterium.