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  • Schwarzwalduhren

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Uhrzeiten

Die Geschichte der Uhr im Schwarzwald

Vermutlich war es vor etwa 350 Jahren, als im Schwarzwald jemand auf die Idee kam, aus dem hierzulande gleichmäßig gewachsenen Holz mehr als nur Bretter, Schindeln und Kienspäne zu machen: eine Uhr. Genial einfach und rustikal musste die Konstruktion sein, damit man sie billig verkaufen konnte. Die Uhr für Jedermann also, damit sich selbst einfache Bauersleute eine Uhr in die Stube hängen konnten.


Schwarzwalduhren

 

Von den ersten Schwarzwälder-Uhren sind keine Originale mehr erhalten. Wie sie funktionierten, wissen wir von solchen späteren Nachbauten.

  • Waagbalkenuhr

  • Vorderpendel (Sog. Kuhschwanzpendel)
  • Bogenschilduhr mit Kugelrosenmotiv
  • Bogenschild-Kuckucksuhr
  • Kleine Bogenschilduhr mit Wecker
  • Bogenschilduhr mit Architekturmotiv
  • Bogenschilduhr mit beweglicher Mondphasendarstellung und Datumsanzeige
  • Rahmenuhr mit Hinterglasmalerei
  • Jockeleuhr mit Keramikschild
  • Schottenuhr mit Keramikschild

Die Uhrenmacher hatten zumeist keine eigene Werkstatt. Ihnen genügte der hellste Raum im Haus, oft die Ess- und Wohnstube.
Bereits im 18. Jahrhundert bediente sich die Uhrenindustrie der Arbeitsteilung, um effizienter wirtschaften zu können.
Der Vertrieb erfolgte über zahlreiche Händler, die die Uhren in die ganze Welt trugen.
In den 50er Jahren kam dann schließlich das Ende der hausgewerblichen Uhrenmacher im Schwarzwald. Sie hatten keine Chance mehr gegen die internationale Konkurrenz, die stark auf den Preis drückte.


Junghans

Erhard Junghans gründete 1861 die von ihm längst geplante Uhrenfabrik zusammen mit seinem Bruder Xaver. Sie versuchten die Produktionsweise der Amerikaner zu übernehmen und schlugen somit den Pfad der mechanischen Uhren für Jedermann ein. Im Akkord wurden nun im Schwarzwald Uhren produziert, die Firma Junghans begann seinen Siegeszug.


ATO-Uhren

Die ATO-Uhren sind nach dem Erfinder Leon Hatot benannt. Die Lizenz zur Herstellung der Uhren ging nach einiger Zeit an Junghans. Die ATO-Pendel-Uhren waren die ersten kontaktlos gesteuerten elektrischen Großuhren auf dem Markt.


Innovation ohne Grenzen: Die Quarz-Uhr

Nicht allein die Umdrehung der Erde um die Sonne - auch ein Quarzkristall kann die Frequenz vorgeben, in der eine Uhr „tickt“. Die Schwingquarze haben sich sogar als sehr präzise Taktgeber herausgestellt. Bereits 1932 haben die Physiker Adolf Scheibe und Udo Adelsberger in Berlin die erste Quarzuhr Deutschlands gebaut. Sie haben es geschafft, diesen Quarztakt für ein Uhrwerk „abzunehmen“. Junghans hat 25 Jahre später, im Jahr 1967, die erste in größeren Stückzahlen gefertigte Quarzuhr für den privaten Bedarf auf den Markt gebracht: die Astrochron. Damit war die Zeit reif für diese völlige Revolution der Uhrentechnik und für ihre Miniaturisierung. Nur wenige haben damals erkannt, dass allein in dieser neuen Technik die Zukunft liegt. Doch dann ging es ganz schnell:zu schnell für die bedächtigen Schwarzwälder Uhrenhersteller: während man hierzulande versuchte, ganz allmählich auf die Quarzuhr umzustellen, haben Uhrenhersteller aus Südostasien blitzschnell die Weltmarktstellung an sich gezogen. So hat Seiko bereits ab 1969 Quarzuhren in Massen hergestellt. Die Folge war eine Krise der hiesigen Uhrenindustrie, mit zahlreichen Firmenpleiten. Die ganze Branche orientierte sich neu. Nur wenige Schwarzwälder Uhrenfabriken haben die siebziger und achtziger Jahre überlebt.


Weitere Entwicklung

1986 wurde das vorläufige Ende der Präzisionstechnik mit Erfindung der Funkuhr eingeläutet. Aber noch heute baut Junghans Uhren aller Art und ist erfolgreich als Hersteller etabliert.