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Die Unbestechlichen

Es geht nicht um den gleichnamigen Film mit Kevin Costner. Es geht um die kleinen Schummeleien im Alltag des Straßenverkehrs, die zu verhindern die Uhrenindustrie komplizierte feintechnische Apparate baute. Die Rede ist von Taxametern, Fahrtenschreibern, Benzin-Zapfsäulen-Preis-Literrechnern und Parkuhren. Schon um die Jahrhundertwende begann die Produktion von Taxametern in Villingen in der Fabrik des Carl Werner. Zeitgleich war Junghans in Schramberg an neuartigen Produkten fürs Automobil erfinderisch tätig. Der Bedarf dafür hat immer die gleiche Ursache: Es menschelt im Verkehrswesen. Sei es beim Parken in der Stadt, beim LKW-Fahren auf der Autobahn, beim Benzinzapfen an der Zapfsäule, im Falle eines Unfalls - erst die objektiven Messapparate und funktionierende technische Lösungen versprechen den korrekten Nachweis vor den Hütern des Gesetzes.

Das Auto- und Uhrenmuseum ErfinderZeiten zeigt diese Schau von hochinteressanten technischen Apparaten als Inszenierung einer bunten bilderreichen Straßenszene.

1. Das Taxi

Wer sich vor über 100 Jahren in Städten einigermaßen komfortabel bewegen wollte fuhr mit einer Pferdedroschke. Doch immer wieder kam es zu Konflikten über den Preis der Fahrt. Selbst ein Uhrenvergleich mit dem Kutscher half da oft nicht weiter. Die Uhrenindustrie ersann komplizierte Geräte für dieses Problem: Carl Werner in Villingen brachte bereits im Jahr 1902 den ersten „Taxameter“ auf den Markt. Doch schon 1912 kam für seine Firma bereits das Aus. Aus diesen ersten technischen Ansätzen entwickelte nun die  Schwenninger Kienzle Uhrenfabriken vielerlei Geräte für den damals neuartigen Automobilbereich und gründeten 1928 damit  in  Villingen ein Tochterunternehmen.

2. Der Fahrtenschreiber

Die Produktion dieser Apparate begann in den 1920er Jahren, jeder Omnibus und jeder Laster hat sie inzwischen eingebaut und zeichnet damit alles auf: nicht nur die Fahrten, auch wenn das Fahrzeug steht läuft der Fahrtenschreiber und dokumentiert wie die Blackbox eines Flugzeugs jede Bewegung, jedes Rütteln, jede heimliche Nachtfahrt aufs Genaueste. Nächtliche Diebstähle von wertvoller Fracht konnten damit schon zeitlich exakt bestimmt und damit konnte der Aufklärungsarbeit der Polizei gute Dienste geleistet werden. Bei Unfällen waren Kienzle-Spezialisten die wichtigsten Gutachter der Gerichte. Ihren Fahrtenschreiberauswertungen wurde eher geglaubt als so mancher Zeugenaussage.

3. Die Tankstelle und die Parkuhr

Auch an Tankstellen wurde getrickst. Früher. Heutzutage ist die Benzinabgabe aufs präziseste kontrolliert, sind die Messpumpen und Preis-Liter-Rechner geeicht und manipulationssicher gemacht. So mancher Tankwart der 50er Jahre wusste allerdings, wie seine Zapfsäule zu „bearbeiten“ war und so das Trinkgeld aufgebessert werden konnte.

Und Hand aufs Herz - ist es nicht so, dass jeder und jede sich freut, wenn die Parkuhr defekt ist und einfach kein Geld annimmt? So mancher hat es schon mit ausländischen Münzen aus dem Urlaub probiert und sich königlich über Erfolg gefreut.