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Sonderausstellung:
Tempo machen - 100 Jahre Renn- und Autobahnen fürs Kinderzimmer
Carrera, Faller, Märklin & Co.

 Ausstellung: 27.10.2012 - 14.04.2013



Diese Sonderausstellung präsentiert die Geschichte der elektrischen Modellautorennbahnen  von 1912 bis
heute und erinnert an die Kindheitsträume der Wirtschaftswunder-Ära.

Anfang der 60-er Jahre hat die elektrische Eisenbahn in Deutschland – Traumspielzeug der großen und kleinen Kinder - Konkurrenz bekommen. Die Konkurrenz hieß Modellautorennbahn oder in Fachkreisen “slot racing”.

Das Eisenbahnspiel war bis dato technisch interessant, aber brav. Auf der Modellautorennbahn brauchte man nicht artig zu spielen. Es kam zum Wettbewerb. Und genau der reizte. Der Druck des Daumens bestimmte das Tempo. Wer zu stark drückte, flog aus der Kurve. Nur mit viel Erfahrung und gutem Fingerspitzengefühl wurden die Schikanen des Rundkurses gemeistert.

Die Blütezeit der elektrischen Modellautorennbahnen in Deutschland begann 1963, als Carrera sein “Universal” genanntes Schienensystem nach englischem Vorbild präsentierte.
Die Erfindung mit dem Schlitz in der Fahrbahn, in dem ein Führungsstift (später ein Leitkiel) die kleinen Flitzer auf der Piste hielt, stammte nämlich aus England.

Der Boom der Rennbahn brachte im Laufe der 60-er Jahre eine Reihe an Wettbewerbern mit sich.
Neben Carrera tauchen dabei Herstellernamen wie Märklin, Scalextric, Faller, Fleischmann, und Prefo (DDR) auf.

Einige der Firmen kamen ursprünglich aus der Modelleisenbahn-Ecke, glaubten aber damals, am Slotcar- Boom teilhaben zu müssen. Doch bereits Ende der 70-er Jahre ließ das große Interesse an den Rennbahnen nach. Bis auf Carrera und Scalextric stellten alle anderen Hersteller ihre Slotcar Programme ein.

Die Ausstellung im Auto- und Uhrenmuseum ErfinderZeiten in der H.A.U. informiert über die Entwicklung der elektrischen Modellautorennbahn, von ihren ersten Anfängen bis in die heutige Zeit.
Wie die Modelleisenbahn, so spiegelt auch die Autorennbahn die technischen Errungenschaften ihrer
Zeit wider.

Die ganze Geschichte, der elektrischen Modellautorennbahn, beginnend mit dem Spielwunderwerk  von LIONEL von 1912, die als Ur-Modellautorennbahn gilt, über Märklin 1934, bis hin zur neuesten Slot-Racing- Bahn von Scalextric von 2010, wird gezeigt. Dazwischen werden Bahnen, jeweils mit Parcours von Gama, Märklin Sprint, Fleischmann, Stabo und einige mehr zu sehen sein. Auch Exoten wie Egger, Revell, LR Roussy und Bub bereichern diese
Ausstellung. Damit man nachvollziehen kann, wie sich die Modellautobahnen in Deutschland entwickelt haben, findet man Modellautos – zum Teil mit einem Uhrwerk betrieben – die eine deutliche Nähe zur realen Reichsautobahn der 30-er Jahre zeigen. Sammlungen von Rennwägen und sonstigem Zubehör runden die Ausstellung ab.

Selbst „Tempo machen“ kann man
live auf zwei elektrischen Modellautorennbahnen, die im Foyer des Museums stehen.