Die Museumslandschaft im Schwarzwald

Die Geschichte der Uhr im Schwarzwald

Vermutlich war es vor etwa 350 Jahren, als im Schwarzwald jemand auf die Idee kam, aus dem hierzulande gleichmäßig gewachsenen Holz mehr als nur Bretter, Schindeln und Kienspäne zu machen: eine Uhr. Genial einfach und rustikal musste die Konstruktion sein, damit man sie billig verkaufen konnte. Die Uhr für Jedermann also, damit sich selbst einfache Bauersleute eine Uhr in die Stube hängen konnten.

Dreihundert Jahre hindurch haben Schwarzwälder Uhrmacherinnen und Uhrmacher Europa und die Welt mit Uhren versorgt. Zweihundert Jahre waren geprägt von der hausgewerblichen Produktion, ein Jahrhundert lang setzten Uhrenfabriken diese Tradition fort.

Uhrzeiten

 

Schwarzwälder-Uhren

Schwarzwälder-Uhren

Vermutlich vor etwa 350 Jahren wurde im Schwarzwald damit begonnen, Uhren aus Holz zu fertigen. Genial einfach und rustikal musste die Konstruktion sein, damit man sie billig verkaufen konnte. Die Uhr für Jedermann also, damit sich selbst einfache Bauersleute eine Uhr in die Stube hängen konnten. Das Räderwerk wurde zwischen zwei Holzstabplatinen aufgehängt. Drei Räder genügten für ein Werk, das von einem Feldstein als Gewicht angetrieben wurde und - einmal aufgezogen – knapp über zwölf Stunden lang lief. Die Waaghemmung regelte den Gang dieser Uhr, es gab noch kein Pendel.

    Waagbalkenuhr
  • Vorderpendel (Sog. Kuhschwanzpendel)
  • Bogenschilduhr mit Kugelrosenmotiv
  • Bogenschilduhr mit Architekturmotiv
  • Bogenschilduhr mit Liebesszene
  • Bogenschilduhr mit Landschaftsmotiv
  • Bogenschilduhr mit Reitermotiv
  • Bogenschilduhr mit beweglicher Figurenszene: Tanzpaar mit Taktschläger
  • Bogenschilduhr mit beweglicher Mondphasendarstellung und Datumsanzeige
  • Bogenschilduhr mit beweglicher Figurenszene: Trompeter
  • Bogenschilduhr mit beweglicher Figurenszene: Holzfäller sägen
  • Bogenschilduhr mit beweglicher Figurenszene: 3 Zwerge schlagen Bronzeglocken
  • Rahmenuhr „Augenwender“
  • Rahmenuhr mit Hinterglasmalerei
  • Rahmenuhr mit Darstellung: Reiter auf der Jagd
  • Jockeleuhr mit Keramikschild
  • Schottenuhr mit Keramikschild
Der Vertrieb

Der Vertrieb

Die Uhrenmacher hatten zumeist keine eigene Werkstatt. Ihnen genügte der hellste Raum im Haus, oft die Ess- und Wohnstube. Der Vertrieb erfolgte über zahlreiche Händler, die die Uhren in die ganze Welt trugen. In den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts kam dann schließlich das Ende der hausgewerblichen Uhrenmacher im Schwarzwald. Sie hatten keine Chance mehr gegen die internationale Konkurrenz, die stark auf den Preis drückte.

Industrie entsteht

Industrie entsteht

Mit staatlicher Unterstützung entwickelte sich im19. Jahrhundert im Schwarzwald eine Uhrenindustrie. Den Hauptumsatz erzielten die großen Uhrenfabriken vor allem mit zwei Uhrentypen, den Metallweckern und den Federzug-Regulatoren, beide verfertigt nach amerikanischer Technologie.
Wecker

Wecker

Anfang der 1880er Jahre begannen Schwarzwälder Uhrenfabriken, selbst Amerikanerwecker zu bauen. Innerhalb weniger Jahre bot z B. die erst 1875 gegründete Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik HAU ein voll aufgefächertes Wecker-Sortiment an. Im Verkaufskatalog von 1889 sind bereits 33 Wecker abgebildet.
Federzug-Regulatoren

Federzug-Regulatoren

Der Federzug-Regulator war zwischen 1880 und 1930 in Deutschland die beliebteste Wohnzimmeruhr. Sie hatte sich aus dem Wiener Gewichtsregulator entwickelt. Diese sorgfältig gearbeiteten und genauen Uhren erforderten wegen des Langpendels und der im Innern angebrachten Gewichte lange, schmale Gehäuse. Beim Regulator mit Federantrieb und mittellangem Pendel konnte der Uhrenkasten verkürzt werden.
Taschenuhren

Taschenuhren

sind kleine Uhren mit Unruhe, welche, wie schon der Name besagt, in der Tasche getragen werden. Oskar Junghans gelang es, noch vor dem Ersten Weltkrieg, eine Taschenuhrenfertigung aufzubauen. Die erste Taschenuhr J1 wurde 1903 nach jahrelangen Entwicklungsarbeiten fertiggestellt.
Armbanduhren

Armbanduhren

1927 begann Junghans die Armbanduhrenproduktion, anfangs noch mit zugelieferten Rohwerken.
ATO-Uhren

ATO-Uhren

Die ATO-Uhren sind nach dem Erfinder Leon Hatot benannt. Die Lizenz zur Herstellung der Uhren ging nach einiger Zeit an Junghans. Die ATO-Pendel-Uhren waren die ersten kontaktlos gesteuerten elektrischen Großuhren auf dem Mark. Erst durch die intensive Beschäftigung mit elektrischen Uhren, insbesondere mit den ATO-Uhren erlangte die Firma die Kompetenz für den Bau von Quarz und Funkuhren.

Innovation ohne Grenzen: Die Quarz-Uhr

Innovation ohne Grenzen: Die Quarz-Uhr

Innovation ohne Grenzen: Die Quarz-Uhr Junghans brachte im Jahr 1967 die erste in größeren Stückzahlen gefertigte Quarzuhr für den privaten Bedarf auf den Markt gebracht: die Astrochron.

Sportzeitmessung

Sportzeitmessung

Als offizieller Zeitnehmer der Spiele setzt Junghans bei der Sportzeitmessung neue Maßstäbe. Die elektronisch vernetzten Startblöcke, Startkontrollanlagen und Doppellichtschranken ermöglichen, dass sowohl Start- als auch Zieleinläufe eindeutig registriert, überwacht und dokumentiert werden können.
Funkuhr

Funkuhr

1986 wurde das vorläufige Ende der Präzisionstechnik mit Erfindung der Funkuhr eingeläutet. Aber noch heute baut Junghans Uhren aller Art und ist erfolgreich als Hersteller etabliert.
Heute

Heute

Und heute? Besinnt man sich zurück auf frühere Werte, erlebt die mechanische Uhr eine Renaissance. Technisch sehr anspruchsvolle, handgefertigte Chronometer führen zurück zu den Anfängen der Uhrenproduktion im Schwarzwald. Schön, dass Tradition und Moderne sich so harmonisch zueinander fügen.

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